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Matcha Tee 9th Januar, 2018

Matcha Tee

Wer meint, Matcha Tee sei ein reines Modegetränk und somit eine Erfindung der neueren Zeit, der irrt sich gewaltig.

Bereits seit mehr als 5000 Jahren werden Teeblätter geerntet und verarbeitet, der Ursprung dieser Tradition geht auf die chinesische Provinz Yunnan zurück.

Zunächst jedoch verwendete man Tee als Medizin gegen verschiedenste Leiden und Krankheiten, erst im 7. Jahrhundert n. Chr. führten Mönche ihn als Genussgetränk ein. Innerhalb kürzester Zeit verbreitete er sich so erst im asiatischen Raum und schließlich über die gesamte Welt.

Im Laufe der Zeit erkannte man jedoch, dass bei der klassischen Zubereitung von Tee – d. h. beim Übergießen mit heißem Wasser – lediglich ein recht kleiner Anteil der wertvollen Inhaltsstoffe der Teeblätter in das fertige Getränk überging.

Um dies zu verbessern, ging man im Mittelalter dazu über, insbesondere die Blätter von grünem Tee in China nicht mehr mithilfe der traditionellen, zuvor beschriebenen Methode zuzubereiten, sondern verwendete fortan das gesamte Blatt. Dies wurde möglich, indem man die Blätter zu feinstem Pulver zermahlte und dieses Pulver dann in heißem Wasser auflöste.

Der Matcha Tee war geboren.

Es war schließlich der sehr bekannte Zen-Meister Eisai, der diese Methode der Tee-Zubereitung im ausgehenden 12. Jahrhundert von China mit nach Japan brachte. Er war von dieser Tee-Art so begeistert, dass er fortan die verwendeten Teesorten im Rahmen seiner weitläufigen Reisen in ganz Japan anpflanzte und so den Grundstein für den Matcha Tee Anbau in diesem Land legte. Seine Überzeugung ging so weit, dass er ein über Jahrhunderte viel beachtetes Buch namens „Kissa yojoki“ schrieb, in dem der Matcha Tee als „Wundersame Medizin zum Aufrechterhalten des Gesundheitszustands“ beschrieb.

Eisai unterstrich mit seinen Aussagen und Schriften weiterhin die außergewöhnliche Kraft, welche im Matcha Tee steckt und die sogar in der Lage dazu sei, das Leben der Menschen zu verlängern.

Er prophezeite, dass überall dort, wo die Menschen Tee anbauen, diese auf ein langes Leben hoffen könnten.

Diese Aussagen fanden schließlich auch am Kaiserhof große Beachtung, wo Matcha Tee schließlich als „Geheimmedizin“ bezeichnet und immer dann verabreicht wurde, wenn es den Menschen gesundheitlich an etwas mangelte.

Nachdem der Tee bis zum 16. Jahrhundert schnell und einfach zubereitet und anschließend getrunken wurde, erfand in dieser Zeit ein weiterer Zen-Meister namens Sen-no-Rikyu die bis heute gültige Teezeremonie.

Diese wird auch als „Hohe Kunst des Teetrinkens“ bezeichnet.

Durch die Teezeremonie wollte man erreichen, dass nicht nur die Inhaltsstoffe des Matcha Tees ihre bestmögliche Wirkung entfalten, sondern auch Seele und Geist dabei zu Ruhe kommen und der Mensch somit den bestmöglichen Effekt auf seine Gesundheit erfährt.

Auch die japanischen Krieger, genannt Samurai, interessierten sich fortan für den Matcha Tee und nahmen diesen regelmäßig zu sich.

Trotz all dieser Erkenntnisse und Wandlungen in der Verarbeitung und Anwendung von Matcha Tee blieb dieser über Jahrhunderte eine Art Geheimnis und war der Elite Japans vorbehalten.

Erst in der Neuzeit entdeckte man das uralte Gesundheitsmittel wieder und machte es auch der breiten Bevölkerung zugänglich. Heute gilt Matcha als der gesündeste Tee überhaupt und wird über die ganze Welt verteilt in immer größeren Mengen getrunken.

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